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„Ich wollte kein Teil dieser Welt mehr sein. Aber die Welt war noch nicht fertig mit mir.“
Kimiko ist sechzehn Jahre alt. Schule ist für sie ein Ort des Terrors, das Zuhause bei ihrer eiskalten Mutter keine Zuflucht. Hinzu kommt, dass der ihr zugewiesene Sozialarbeiter eine Schwäche für junge Mädchen hat. Als der Druck Kimiko endgültig bricht, ist einzig die rebellische Yuyu an ihrer Seite, um mit ihr den letzten Schritt zu gehen.
Doch dort endet ihre Geschichte nicht. Nach dem Erwachen muss Kimiko sich einer viel schwierigeren Frage stellen:
Wie lebt man weiter, wenn man bereits beschlossen hatte zu sterben?
SUIZID erzählt nicht vom Sterben.
Sondern von dem, was danach kommt.
Hintergründe
Worum es geht
SUIZID erzählt aus der Ich-Perspektive von Kimiko, einer sechzehnjährigen Schülerin, die über Monate systematisch von ihrer Klasse gemobbt wird und zuhause keinen Rückhalt findet. Als auch die Person, von der sie sich Hilfe erhofft, ihr Vertrauen missbraucht, gerät ihr Leben endgültig aus den Fugen.
Kimiko unternimmt einen Suizidversuch. Doch damit endet ihre Geschichte nicht. Sie überlebt – und muss anschließend in eine Welt zurückkehren, die sie bereits verlassen wollte.
Der Roman interessiert sich deshalb nicht nur für die Frage, warum ein Mensch den Wunsch zu sterben entwickelt, sondern vor allem für die Frage, was danach kommt: Wie lebt man weiter, wenn die bisherigen Gründe zu leben verloren gegangen sind? Wie entsteht Vertrauen, wenn Vertrauen zuvor missbraucht wurde? Und wie findet ein Mensch einen Platz in einer Welt, von der er sich selbst ausgeschlossen hat?
SUIZID ist damit keine klassische Geschichte über einen Suizid, sondern ein Roman über Überleben, Heilung und die schwierige Rückkehr ins Leben.
Ijime
Das zentrale Thema des Romans ist Ijime (いじめ), der japanische Begriff für systematisches Mobbing unter Schülern. Ijime unterscheidet sich von westlichen Mobbing-Konzepten durch einige Besonderheiten, die für das Verständnis der Handlung wichtig sind:
- Es findet oft in geschlossenen Klassenverbänden statt, die über Jahre stabil bleiben – ein Ausweichen auf eine andere Gruppe ist strukturell kaum möglich.
- Gruppendruck und das Bedürfnis, nicht selbst zur Zielscheibe zu werden, führen häufig dazu, dass Mitschüler wegsehen oder sich sogar beteiligen, obwohl sie das Verhalten privat missbilligen.
- Lehrkräfte und Schulleitungen neigen dazu, Konflikte herunterzuspielen oder die Schuld bei den Opfern zu suchen, um den Ruf der Schule zu schützen.
- Ijime wird in Japan seit Jahren als ernstes gesellschaftliches Problem diskutiert; die Verbindung zu Jugendsuiziden ist gesellschaftlich und medial präsent.
- Dass dieses Thema gesellschaftlich relevant ist, zeigt auch die aktuelle Situation in Japan. Die japanische Kinder- und Familienbehörde meldete für das Schuljahr 2024/25 rund 770.000 erkannte Fälle von Mobbing an Schulen und Fördereinrichtungen – den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung. Rund 1.400 Fälle wurden als schwerwiegende Mobbingfälle eingestuft.
- Für den Zeitraum sind 526 Suizide unter Jugendlichen verzeichnet.
Der Roman bildet diese Mechanismen bewusst schonungslos ab – auch das Wegsehen der Erwachsenen ist kein Nebenaspekt, sondern Teil der Kritik.
Inhaltliche Hinweise (Triggerwarnungen)
Der Roman thematisiert:
- Mobbing/Ijime (physisch und psychisch)
- Suizidalität und einen Suizidversuch
- Vernachlässigung durch ein Elternteil
- Missbrauch durch eine Aufsichtsperson
Diese Themen werden nicht verherrlicht oder detailliert instruktiv dargestellt, sondern aus der Innenperspektive der Betroffenen heraus erzählt.
Zitate aus der Leserunde auf Lovelybooks
„Für mich fühlt es sich an, als würde ich einen Manga lesen. Das wording holt mich komplett ab.“ — Ninikisuki (Leserin)
„Man hat nicht das Gefühl, einen Roman zu lesen. Es könnte auch eine Biographie sein.“ — Etappenleser (Leserin)
„Der Schreibstil wirkt direkt und ungeschönt. Das macht die Lektüre nicht immer angenehm, aber eindringlich.“ — Nina_Albert (Leserin)
„Kimiko hat mich in diesem ersten Teil ziemlich schnell gepackt.“ — ANGEL (Leserin)
„Selten bekomme ich beim Lesen Bauchkrämpfe, selten habe ich Angst, weiterzulesen.“ — marpije (Leserin)
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