„Ich wollte kein Teil dieser Welt mehr sein. Aber die Welt war noch nicht fertig mit mir.“
Kimiko ist sechzehn. Schule ist für sie ein Ort des Terrors, das Zuhause keine Zuflucht. Als der Druck sie endgültig bricht, geht sie den letzten Schritt — doch ihre Geschichte endet dort nicht.
Suizid
„Ich wollte kein Teil dieser Welt mehr sein – aber die Welt war noch nicht fertig mit mir.“
Kimiko ist sechzehn Jahre alt. Schule ist für sie ein Ort des Terrors, das Zuhause bei ihrer eiskalten Mutter keine Zuflucht. Hinzu kommt, dass der ihr zugewiesene Sozialarbeiter eine Schwäche für junge Mädchen hat. Als der Druck Kimiko endgültig bricht, ist einzig die rebellische Yuyu an ihrer Seite, um mit ihr den letzten Schritt zu gehen.
Doch dort endet ihre Geschichte nicht. Nach dem Erwachen muss Kimiko sich einer viel schwierigeren Frage stellen: Wie lebt man weiter, wenn man bereits beschlossen hatte zu sterben?
Suizid erzählt nicht vom Sterben. Sondern von dem, was danach kommt.
Verlag: KOYO
Was Leser:innen sagen
„Man hat nicht das Gefühl, einen Roman zu lesen. Es könnte auch eine Biographie sein.“
— Etappenleser, Lovelybooks„Der Schreibstil wirkt direkt und ungeschönt. Das macht die Lektüre nicht immer angenehm, aber eindringlich.“
— Nina_Albert, Lovelybooks„Kimiko hat mich in diesem ersten Teil ziemlich schnell gepackt.“
— ANGEL, Lovelybooks„Selten bekomme ich beim Lesen Bauchkrämpfe, selten habe ich Angst, weiterzulesen.“
— marpije, Lovelybooks„Für mich fühlt es sich an, als würde ich einen Manga lesen. Das Wording holt mich komplett ab.“
— Ninikisuki, Lovelybooks
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Ijime — Mobbing in Japan
Der reale Kontext hinter Kimikos Geschichte: Zahlen, Ursachen und wie japanische Schulen mit Mobbing umgehen.
Ijime — Fakten & Zahlen
Was Ijime von westlichem Mobbing unterscheidet
Ijime findet oft in geschlossenen Klassenverbänden statt, die über Jahre stabil bleiben — Mitschüler:innen sind oft gezwungene soziale Partner, ein Ausweichen auf eine andere Gruppe ist strukturell kaum möglich. Während es in Deutschland meist um Konflikte zwischen Einzelnen oder kleinen Gruppen geht, steht in Japan häufig die ganze Klasse gegen eine einzelne Person. Studien zufolge werden nur etwa 10 % der tatsächlichen Ijime-Fälle erkannt oder gemeldet.
Quelle: Japanwelt.de, „Wenn Schweigen weh tut — Ijime in Japans Schulen“Kultur des Schweigens
Wenn Erwachsene wegsehen
Berichten zufolge greifen Lehrkräfte und Schulverwaltungen nicht immer ein — in manchen Fällen wird die Dynamik durch ihr Verhalten sogar verstärkt, statt sie zu unterbinden. Betroffene stehen oft vor der Wahl, sich anzupassen und in der Gruppe zu verschwinden, oder sie selbst zu bleiben und das Risiko weiterer Ausgrenzung zu tragen.
Quelle: Suki Desu, „Ijime — Mobbing in Schulen in Japan“Ein gesellschaftliches Thema seit den 1980ern
Ijime wird in Japan seit Mitte der 1980er Jahre als gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Auslöser war 1986 der Fall des 13-jährigen Hirofumi Shikagawa aus Tokyo, der sich nach monatelanger Schikane durch Mitschüler das Leben nahm und einen Abschiedsbrief hinterließ. Der Fall erregte so viel öffentliche Aufmerksamkeit, dass die japanische Regierung Ijime erstmals offiziell als gesellschaftliches Problem anerkannte.
Quelle: sumikai.com, „Mobbing in Japan“Wie verbreitet ist Ijime wirklich?
Japans Kinder- und Familienbehörde meldete für das Schuljahr 2024/25 rund 770.000 erkannte Mobbingfälle an Schulen und Fördereinrichtungen – den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung. Rund 1.400 Fälle wurden als schwerwiegende Mobbingfälle eingestuft. Für denselben Zeitraum sind 526 Suizide unter Jugendlichen verzeichnet.
Quelle: Japans Kinder- und Familienbehörde (Kodomo Katei-chō), Schuljahr 2024/25Warum bleibt so viel unausgesprochen?
Das japanische Sprichwort „Deru kugi wa utareru“ – „Der Nagel, der heraussteht, wird eingeschlagen“ – beschreibt einen Konformitätsdruck, der Andersartigkeit sanktioniert statt zu schützen. Dieser gesellschaftliche Mechanismus erschwert es Betroffenen, sich zu öffnen, und trägt mit dazu bei, dass Mobbing lange unentdeckt bleibt.
Quelle: gängige Redewendung, u. a. dokumentiert bei Suki DesuMissbrauch durch Vertrauenspersonen
Missbrauch durch Vertrauenspersonen
Kimikos Geschichte im Roman — der übergriffige Sozialarbeiter — hat eine reale Entsprechung: Japans Bildungsministerium meldete für das Schuljahr 2023 einen Rekordwert von 320 disziplinierten Lehrkräften und Schulmitarbeitenden wegen sexueller Übergriffe, erstmals über der Marke von 300 Fällen.
Quelle: japanisches Bildungsministerium, zitiert nach Jiji Press/Reuters, Dez. 2024Symbolik & Kultur
Hypertrichose — Kimikos sichtbarer Unterschied
Kimikos ungewöhnliche Körperbehaarung ist keine erfundene Besonderheit: Hypertrichose ist eine reale, seltene Erkrankung, bei der übermäßiges Haarwachstum an Körperstellen auftritt, die normalerweise unbehaart oder nur leicht behaart sind. Sie kann angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein und wird durch genetische oder hormonelle Faktoren ausgelöst. Historisch wurden Betroffene oft ausgegrenzt oder zur Schau gestellt — ein Erbe, das bis heute nachwirkt.
Quelle: medizinische Fachliteratur zu kongenitaler und erworbener HypertrichoseBotan Dōrō — die Sage von Otsuyu
Der Name einer der Nebenfiguren ist keine Zufallswahl: Otsuyu ist die Hauptfigur von Botan Dōrō („Die Pfingstrosenlaterne“), einer der berühmtesten Geistergeschichten Japans. Sie erzählt von einer jungen Frau, die aus Liebeskummer stirbt und als Geist mit einer Laterne zu ihrem Geliebten zurückkehrt. Die Geschichte geht auf eine chinesische Vorlage aus der Ming-Zeit zurück, wurde im 17. Jahrhundert von Asai Ryōi als japanisches Kaidan (Geistergeschichte) adaptiert und später durch die Rakugo-Fassung von Sanyūtei Enchō volkstümlich populär — bis heute fester Bestandteil japanischer Gruselkultur, etwa bei Sommerfestivals.
Quelle: klassische japanische Kaidan-Literatur; Rakugo-Tradition (Sanyūtei Enchō)Zazen und Kyūdō — Wege der stillen Disziplin
Das Kloster Hikari Shinden im zweiten Teil des Romans ist geprägt von zwei realen Zen-Praktiken. Zazen, das sitzende Meditieren, ist die zentrale Übung des Zen-Buddhismus — besonders in der Sōtō-Schule als „Shikantaza“ (reines Sitzen) praktiziert, bei dem es nicht um das Erreichen eines Ziels geht, sondern um das bewusste Verweilen im gegenwärtigen Moment. Kyūdō, der „Weg des Bogens“, ist die traditionelle Form des japanischen Bogenschießens: Anders als im westlichen Sport steht nicht das Treffen der Zielscheibe im Vordergrund, sondern die innere Haltung und Konzentration beim Ausführen der Bewegung selbst.
Quelle: Grundlagenliteratur zu Zen-Buddhismus (Sōtō-Schule) und KyūdōKomorebi — Licht zwischen Blättern
Komorebi (木漏れ日) bezeichnet das Sonnenlicht, das durch die Blätter der Bäume fällt und flirrende Muster auf den Boden wirft — ein Wort ohne direkte Entsprechung im Deutschen. Es gilt als eines der bekanntesten Beispiele für Japans reichen Wortschatz an Begriffen für flüchtige Naturphänomene und steht sinnbildlich für eine Aufmerksamkeit für kleine, leicht übersehene Momente der Schönheit.
Quelle: japanische Lexikografie zu Naturphänomen-VokabularInhaltshinweis
Suizid behandelt Mobbing, sexualisierte Gewalt durch eine Vertrauensperson und Suizidalität bei Jugendlichen. Diese Themen werden nicht verherrlicht oder detailliert instruktiv dargestellt, sondern aus der Innenperspektive der Betroffenen heraus erzählt. Wenn dich das Thema persönlich betrifft, bist du nicht allein:
- Telefonseelsorge (kostenlos, anonym, 24/7): 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
- Nummer gegen Kummer (für junge Menschen): 116 111
